über Lückendorf Kurort Ferienort

Luftkurort Lückendorf

 

befindet sich 510 m über den Meeresspiegel

 

Eingebettet in eine prächtige, märchenhafte Bergwelt, ist Lückendorf der südöstliche Erholungsort des Zittauer Gebirges (von Sachsen). Von Ärzten wird er besonders Genesenden empfohlen, da die Wälder ringsum milde, reine Luft bedingen und durch die Höhenzüge raue Winde abgehalten werden. Auch die Ruhe und Abgeschiedenheit des Ortes sind zur Wiederherstellung nach überstandener Krankheit zuträglich. Ferienwohnung im Zittauer Gebirge

vom oberlausitzhaus ins land

Blick von Terrasse Ferienwohnung Lückendorf oberlausitzhaus

 

Das Kurhaus wurde 1911 erbaut, 1929 von der Gemeinde verkauft und steht nun seit 1990 leer. (früher war hier der Rat der Gemeinde und die Kurverwaltung untergebracht, ebenfalls beherbergte das Kurhaus eine Gaststätte)

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In den Feuerlöschteich, der 1936 angelegt wurde mündet die einzige Quelle des Oberdorfes, für dessen Bewohner sie ehedem der nie versiegende Brunnen war, aus dem sie ihr Trink- und Kochwasser holten, bis 1902 die Hochquellwasserleitung fertiggestellt war.

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Die Oberaue (da steht das Oberlausitzhaus) ein sonniger Weg bietet schöne Ausblicke nach Süden mit Falkenberg und Roll und nach dem Niederdorf mit dem Sommerberg.

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Hier ist verkehrsmäßig und ortsgeschichtlich der Mittelpunkt Lückendorf An der Gabler Straße liegt die malerische Kirche und der Kretscham“ (slawisch = Dorfschenke). Der jetzige Kretscham wurde erst in den jünfziger Jahren des vorigen Jahrhunfers erbaut ( 1973 erweitert). Der alte hat längs der Paßstraße gestanden, während der neue etwa 20 m abseits an die Abzweigung Niederaue verlegt wurde.

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Im alten Kretscham wurden einst unter Vorsitz des Wirtes, der zugleich Ortsrichter war ( denn Lückendorf hatte eine Gerichtsbarkeit und einen Richter), Gerichtssitzungen abgehalten, daher auch die frühere Bezeichnung „Gerichtskretscham“ . In der Gaststube standen bei solchen Versammlungen um den Tisch lange Bänke mit hohen lehnen für die Schöffen. An der Tür und im Hausflur waren der Prangen und der Stock für die Verurteiltenaufgestellt.

Machen wir uns zunächst mit der Geschichte des Ortes vertraut:

Der älteste Ortsteil entstand vermutlich gegen Ende der 13. Jahrhunderts. Urkundlich erwähnt wird „Luckendorf‘ zuerst 1391 in einem Zinsregister des Spitals von St. Jacob in Zittau . Lückendorf gehörte damals zur Herrschaft Lämberg, also unmittelbar zu Böhmen.Die ersten Besiedlungen dieses Südhanges geschah weniger wegen des Ackerbaues; vielmehr leisteten die Lückendorfer an der vorbeiführenden Gabler Handesstraße, Vorspanndienste bis Paßhöhe (am jetzigen Forsthaus, wo das Ausspannen erfolgte). Der Anführer der ersten Siedler soll Luitiger geheißen haben, woraus der Ortsname  Lückendorf abgeleiten ließe. Es wird angenommen, daß als älteste Gründung ein Vorwerk auf dem Sommerberg bestanden hat. Hier und an der Straße erfolgten dann die weiteren Besiedlungen. Der auf der Höhen nach Westen und Norden gelegene Teil des Ortes entstand erst viel später. Bis dahin blieben die Vorspanndienste die wichtigste Erwerbsquelle der Lückendorfer. Schlechte Straßenverhältnisse und das schwere Wagenmaterial erforderten oft bis zu zehn Pferdekräften. Die reiche Stadt Zittau war an der Paßstraße besonders interessiert, stellte diese doch die kürzeste Verbindung nach dem Süden her, wohin rege Handelsbeziehungen bestanden und vor allem Fische, Zittauer Tuche, Bier und Salz abgesetzt und gegen Getreide und Weine eingetausvht wurden. Welche Bedeutung dem Vorspann hier am Gebirgsübergang schon fühauf beigemessen wurde, bezeugte die Tatsache, daß die Lückendorfer Bauern dafür mit Land belehnt wurden. Freilich wurden sie damit zugleich wieder zu Hofdiensten verpflichtet , die in der Hauptsache aus Holzfuhren bestanden. aber auch darin. daß sie an Treibjagden teilzunehmen hatten.

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Im Jahre 1404 kaufte die Stadt Zittau das Dorf von der Herrschaft Lämberg.

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die bis dahin als Saumpfad durch das Weißbachtal führende Handelsstraße über den Paß verlegt. Sie wuchs an Bedeutung, nachdem Kral IV. 1357 auf dem Paßübergang den Karlsfried – eine Zoll – und Geleitsburg – errichten ließ.

Der Staßenverkehr brachte manche Summe Geldes in das einsame Gebirgsdorf; er brachte aber auch Leid und Not in Übermaß. Nicht nur friedfertige Kaufleute überstiegen hier das Gebirge, sonder auch Kriegshaufen aus Nord und Süd. Immer wieder mußten die Lückendorfer Einquartierungen, Lagerunwesen und Plünderungen über sich ergehen lassen. Die Kriegszüge der Hussiten zu Beginn des 15. Jahrhunderts zogen den Ort so sehr in Mitleidenschaft, daß er noch 1509 ein „wüstes, menschenleeres Dorf‘ war, das in der Folgezeit erst von Olbersdorf aus wieder neu besiedelt wurde. Ferienwohnung im Zittauer Gebirge

Im Deißigjährigen Krieg mußte es alle Unbill und alle Dragsalierungen einer rohen Soldateska erdulden. Besonders drückend ist auch der Durchzug des Ende November 1745 bei Hennersdorf geschlagenen österreichischen Heeres gewesen. Der Siebenjährige Krieg und die Feldzüge Napoleons standen früheren Kriegern mit Plüderungen und Gewalttaten nicht nach. Die immer schon karg lebende Bevölkerung verarmte dadurch noch mehr, aber sie hielt an ihrer Heimat fest. Ihre halbzerstörten Häuser bauten sie jedesmal neu auf, das geraubte Vieh wurde allmählich ersetzt, und die zerstörten Fluren wurden mühsam von neuen bestellt.  Ferienwohnung im Zittauer Gebirge

Am Fuhrwerksbetrieb hatte nach der Vergrößerung des Ortes jedoch nur ein kleiner Teil der Dorfbewohner Anteil, und auch diesen Einwohnern gab er bald nicht mehr ausreichend Lebensunterhalt. In den meisten Fällen wurde daneben die Landwirtschaft, die im bergigen Gelände harte Arbeit erforderte, ausgeübt. Im übrigen betrieben die Lückendorfer lebhaft die Leinenweberei und die Drechselei als Hausgewerbe. Man drechselte aus Birken- und Lindenholz Spul- und Treibepfeifen und bis ins zweite Drittel des vorigen Jahrhunderts hinein auch Spindeln und Spinnen sowie aus hartem Holz Griffe für Ofentüren, Kaffeemühlen und allerlei Handwerkzeug. Ein Teil der Bewohner ging in die umliegenden Wälder und schlug dort Brenn- und Klafterholz, Bau- und Röhrenholz. Ein anderer Teil verhandelte die gefertigten Pfeiler und die Spindeln als Hausierer bis in „die Heide“ bei Eilenburg. Die Ärmlichkeit der damaligen Lebensverhältnisse kennzeichnet der Spruch“ vom Spillen, von Pilzen und Beeren, da muß sich ganz Lückendorf nähren“.

Lein für die Leineweberei baute man an den sonnigen Berghängen an. Mit einfachen Geräten wurde er zu spinnfähigem Flachs bereitet und versponnen. Wie die Drechselei, so war auch diese Hausindustrie ein mühsamer Broterwerb. Vom Morgen bis in die Nacht surrte das Spinnrad, ratterte der Webstuhl. Doch man verstand, sich dabei auch erbauliche Stunden zu bereiten. Besonders an den langen Winterabenden, wenn der Ort bei hohem Schnee und großer Kälte von der Außenwelt nahezu abgeschlossen war, saß man an gemeinsamen Spinnabenden beisammen und sang Lieder oder erzählte Sagen und Märchen. Von diesem abendlichen Spinnen, bei dem des Kienspans Flammen eine für unsere Begriffe armselige Beleutung gewährte, hat der Nane “ Rocken – oder Lichtengang erhalten.

Fast in jedem Haus klapperten Spinnräder und Webstühle. Jeder Weber besaß nur einen Webstuhl, der den meisten Platz in der Wohnstube einnahm, in der vielfach auch noch gekocht und geschlafen wurde. Das Garn stellte der Verleger zur Verfügung, der auch die Ware wieder abnahm. Ihm war der Weber auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Bis zu 16 Stunden mußte er täglich mit Frau und Kindern arbeiten, damit das Notwendigste zum Lebensunterhalt gesichert war. Der Weberweg am Hochwald hat seinen Namen, weil auf ihm früher die Hausweber aus Lückendorf und Pertersdorf ihre Waren zu den Verlegern nach Großschönau schaffen und sich dort neues Garn holten. Mit der zunehmenden Industrialisierung verlor die Heimindustrie ihre Existenzfähigkeit und mit dem Bau der Eisenbahn von Liberec nach Zittau 1859 die alte Paßstraße ihre Bedeutung. Sie war erst kurz vorher (1847/48) zur heutigen Staatsstraße erster Ordnung ausgebaut worden. Viele Lückendorfer wurden brotlos. Sie packten ihre Bündel und zogen in die Stadt, wo sie in Industrie und Handwerk ein Unterkommen fanden. Bald standen zahlreiche Häuser leer; etwa 14 wurden abgebrochen. Die Bauern büßten durch Wegfall der Vorspanndienste ihren Nebenverdienst ein und verarmten. Über 50 ha Land, darunter zwei Bauerngüter, wurden aufgeforstet. Die Einwohnerzahl sank von 760 auf 350. Auch ein großer Teil der Zurückgebliebenen suchte und fand Arbeit in Fabriken, Ziegeleien und Bergwerken in und um Zittau. doch nur unter großen Beschwerden war es ihnen möglich, dieser neuen Beschäftigung nachzugehen; bereits vor Tagesanbuch mußten sie zur Arbeitsstätte wandern, und erst im Dunkel des Abends kehrten sie heim. So war Lückendorf in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts ein fast vergessenes,sterbendes Dorf.

Den Wandel brachte hier, wie im benachbarten Dorf Oybin, der aufkommende Fremdenverkehr. Ein geborener Lückendorfer, als Lehrer in Dresden tätig, verbrachte mit mehreren Zittauer Kollegen in seiem Heimatort seine Ferien. Sie erwarben sich hier billig zwei leerstehende Häuser und ließen sie für Ferien- und Sommeraufenthalte herrichten. Mehr und mehr Gäste kamen ­Lückendorf war „entdeckt“.Besondere Verdienste um die Weiterentwicklung des Ortes als Sommerfrische erwarb sich Baumeister Fritzsche, Zittau, der 1896/97 das erste Kurhaus(ehemalige Predigerseminar) und um 1900 mit viel Mühe und Opfern die Hochquellwasserleitung baute. Der Gebirgsverein setzte ihm 1908 einen Denkstein und pflanzte eine Linde.  Ferienwohnung im Zittauer Gebirge

1963 erhielt Lückendorf den amtlichen Zligat, “ Luftkurort“.

Die kleine Bergkirche fügt sich harmonisch in das Orts- und Landschaftsbild ein. Vermutlich hat das Dorf von 1404 an zum Kirchspiel Zittau gehört. 1589 wurde mit den Vorarbeiten zum Bau einer eigenen Kirche begonnen. Sie gediehen aber nur bis zur Steineanfuhr. Erst hundert Jahre später, 1690, konnte der Grundstein gelegt werden. Zum Bau wurden u. a. Steine von der Ruine Karlfreid verwendet. 1691 erfolgte schließlich „bey einer unzähligen Menge des Volkes aus der Stadt und von dem Lande“ die Einweihung. Nun kamen die Bewohner von Hain und Oybin auf weitem Wege (Pfarrweg) nach der Kirche, deren Ordnung fortan bestimmte, daß die rechte Hälfte der Kirche von unten her bis oben den Lückendorfern, die linke ,“wo der Predigtstuhl steht, den Owynern und Haynem, die Quer- Boor- Kirche aber über der Kirchenthüre den Gerichten der Oywinischen Gemeinde eingeräumt wurde“, wobei der merkwürdige Ausdruck „boor-Kirche“ von dem Worte Empore abgeleitet ist. Dieser Zustand hielt bis 1734 an, als Oybin seine jetzige Kirche erhielt.

Amüsant, dabei aber doch auch recht aufschlußreich ist der Bericht des Chronisten im Lückendorfer Kirchbuche, wonach 1709, vor dem Einfall Kars XII. von Schweden in Sachsen, von den Verwalter des Dorfes jeder dritte Mann ausgelost wurde, „an die Grenze zu gehen und den besorglichen Einfall abzuhalten“. Nachdem die Männer am 7. Oktober „unter viel tausend Seufzern nach Görlitz marschieret“, sind sie „wegen abnehmender Gefahr alle den 9. Oktober mit großer Freude wieder zurückgekommen.“  Ferienwohnung im Zittauer Gebirge

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